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Was Blaubeeren wirklich möchten

Das, was wir unter dem Namen Blaubeeren kennen, findet man in anderen Regionen unter den Namen Heidelbeere oder auch Bickbeeren.

 

Ursprünglich sind Heidelbeeren wilde Waldbewohner. Die Pflanzen bilden an einem geeigneten Standort eher niedrige Sträucher, die sich recht zügig über große Flächen ausbreiten. 
Die Zuchtformen der Heidelbeeren dagegen sind auf platzsparenden Ertrag ausgelegt, was ja durchaus Sinn macht. Die Unterschiede zwischen der Wild- und der Kulturform habe ich, der Übersicht wegen hier einmal nebeneinandergestellt:

Waldheidelbeere

  • niedriger Zwergstrauch (bis 40 cm)
  • Vermehrung durch kriechenden Wuchs
  • wächst in Moor- und Sumpfgebieten, Heiden und lichten Wäldern

  • zierliche, glockenförmige, rosafarbene bis weiße Blüten
  • Früchte klein
  • Beeren sitzen einzeln an kurzen Stielen
  • Früchte tiefblau, fast schwarz
  • Fruchtfleisch blau
  • viele Kerne
  • Flachwurzler
  • Gesündere Inhaltstoffe durch Anthocyane (Antioxidantien)
  • intensives Aroma
  • Anbau ist möglich aber nicht ganz unkompliziert
  • etwas mühsame und nicht ganz so ertragreiche Ernte (bei gleicher Pflanzenanzahl)

Kulturheidelbeere

  • eher buschig-ausladender Strauch (60 cm bis 170 cm, je nach Sorte)
  • Vermehrung über Saatgut oder Stecklinge
  • wächst am besten in großen Kübeln oder angelegten Moorbeeten.
    In normalen Gartenböden ist der Ertrag eher gering
  • Creme-weiße, größere Blüten
  • Früchte relativ groß
  • Beeren zu mehreren Doldentrauben angeordnet
  • Früchte mittelblau
  • Fruchtfleisch gelblich bis weiß
  • wenige Kerne
  • Flachwurzler
  • Gesund durch Inhaltstoffe
  • nicht ganz so intensives Aroma wie die Wildform
  • Anbau pflegeleichter als bei Wildform
  • leichtere und ertragreichere Ernte

Der Anbau

Waldheidelbeeren sind ein bisschen wie Diven...sie erfolgreich anzubauen verlangt dem Gärtner einige Arbeit ab.
Der Standort sollte, wie in der Natur halbschattig bis schattig sein.

Da Waldheidelbeeren am besten auf leicht saurem Boden gedeihen (pH-Wert zwischen 4 und 5), macht es Sinn eine Art abgeschottetes Beet anzulegen, wenn man nicht zufällig die richtigen Böden im Garten hat.

Die Sträucher lieben einen lockeren, torfigen oder sandig-humosen, Untergrund. Er sollte gut feucht bleiben, aber keine Staunässe bekommen. Das ist auch der Grund warum die Wildform nicht auf Lehm- und Tonböden gedeihen. Kalkreiche Böden sind ebenso schwierig.

Kulturheidelbeeren sind ein Heidekrautgewächs. Entsprechend gedeihen sie, wie ihre wilde Schwester, am besten auf humusreichen, sandig bis moorigen Böden.
Um ähnliche Bedingungen schaffen, stehen meine Heidelbeeren in ausreichend großen Töpfen und Zinkwannen (mindestens 10 bis 15 Liter). Aufgrund der Wüchsigkeit sollten die Sträucher etwa alle 2 Jahre umgetopft werden.

Ich habe sie in Gartenerde gepflanzt, die ich zuvor mit Rindenkompost von Nadelhölzern gemischt habe. 

Beide Pflanzgefäße haben natürlich Abzugslöcher.

Obwohl die Pflanzen lieber halbschattig stehen, gedeihen sie bei mir in voller Sonne sehr gut.



Mein Tipp

Besonders gut tut es Blaubeeren dem Boden eine dicke Schicht aus Rindenmulch oder Hackschnitzeln von Nadelhölzern zu geben.

Wer hat es nicht schon einmal gesehen, dass sich Pilze bevorzugt im Herbst auf Hackschnitzeln zeigen?! Oder dass, wenn man die Mulch Schicht auseinanderzieht, sich ein weißes Geflecht zeigt. Das sind Mykorrhiza-Pilze. Sie gehen unterirdisch mit zahlreichen Pflanzen eine Lebensgemeinschaft - eine sogenannte Symbiose ein, die beiden Pflanzen nützt.
Nur in Nadelholz-Mulch können Mykorrhiza-Pilze überdauern. Deshalb mulcht man unbedingt mit Nadelholz-Gut.


Die Pflege

Kulturheidelbeersträucher möchten regelmäßig geschnitten werden. Dann tragen sie reichlich.
Die meisten Fruchttrauben wachsen bei Kulturheidelbeeren an den zweijährigen Trieben. Dafür kürze ich im Frühjahr alle drei Jahre alten Zweige über einem neuen Seitentrieb ein. Verdorrte Triebe und sehr vergreiste Alttriebe schneide ich bodennah ab.

Wie bei all meinen Beerensträuchern nach einem Schnitt, bekommen auch die Blaubeeren einen Beerendünger.

Was noch?

Heidelbeeren brauchen viel Wasser! Da Heidelbeeren empfindlich auf Kalk reagieren, ist das Gießen mit Regenwasser sinnvoll.

Ein guter Pflanzzeitpunkt für Heidelbeeren ist das Frühjahr und der Herbst.
Man plant man etwa 10 Pflanzen pro m2.

Wenn alles passt, sind Heidelbeeren sehr pflegeleicht.

Übrigens lassen sich Heidelbeeren auch aus Saatgut von gekauften Beeren. Das dauert dann bis zur ersten Ernte allerdings seine Zeit.


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