
Bienen schwärmen zu sehen und zu hören ist immer wieder ein fantastisches Ereignis.
Nachdem wir ja vor ein paar Tagen ein Bienenhäufchen in der Wiese gefunden haben, war es hier ganz anders. Gestern hatte ich in den Bienenstock geschaut und beschlossen, alles gut ausgebaut, sie bekommen noch einen Honigraum. Also bin ich heute mit der Schubkarre und einer mit Rähmchen bestückten Zarge ans Ende des Grundstückes losgezogen, um einen Honigraum aufzusetzen. Gerade als ich die Schubkarre abstellte und mich umdrehte war der Tumult aber auch schon da und sie schwärmten. Unglaublich, wie sie aus der Beute quellen und plumpsen, unglaublich wie laut das Spektakel ist und unglaublich dass es in der Luft keine Kollisionen gibt. Ein faszinierende Schauspiel - immer wieder aufs Neue.
Der Schwarm hat sich direkt in einem angrenzenden Baum auf Augenhöhe gesammelt. Unfassbar, es waren vier Arm lange Äste dick besetzt mit Bienen.
Ich habe eine neue Beute mit der Schubkarre unter sie gefahren und die besetzten Äste vorsichtig gekappt und die Bienen direkt in die Beute einquartiert. Was für eine Riesenmasse, es sind sicher 4 1/2 Kg Bienen - und wenn man bedenkt, eine Biene bringt etwa 0,1 Gramm auf die Waage.
Heute Abend sind hoffentlich alle in ihrem neuen Zuhause angekommen, dann verspannen wir alles und bringen die Damen an ihren neuen Platz.
Ich bin gespannt, denn ich hatte auch schon ein Volk, das am zweiten Tag wieder ausgezogen ist.

Der Schwarm war so groß war, dass der normale Eingang in die Beute nicht reichte und es Bienenstau gab. Also haben wir kurzerhand noch schnell eine Zarge mit einem breiteren Einlass gezimmert. Da es schon recht spät war und noch etwa ein fünftel des Schwarmes an und unter der Beute saß, fand die Umquartierung kurzerhand vorschichtig mit den ansitzenden Bienen statt.
Auf dem Deckel saßen ebenfalls unzählige Bienchen. Deshalb hatte ich einen Schwarmfangkorb aus Stroh obenauf gestellt. So waren zumindest diese Damen in den Korb gestiegen und konnten recht unkompliziert an den neuen Standplatz gebracht werden.
Am endgültigen Standort haben wir ein Einlauftuch stramm auf den Beuteboden geschraubt und ein langes Brett daruntergelegt.
Ein Tipp: dicke Moltontücher eignen sich super zum Einlaufen lassen. Die Bienen haben auf dem Material sehr guten "Grip" ohne sich am Stoff zu verhaken. Die Tücher in allen möglichen Größen bekommt man in gut sortierten Geschäften mit Babyabteilung.
Die Bienen aus der Schubkarre und unter dem Beuteboden habe ich vorsichtig mit einer Feder darauf gekehrt und die Bienen aus dem Schwarmfangkorb ebenso darauf abgeschüttelt. Es hat dann noch bis tief in die Nacht gedauert, bis alle Bienen dann tatsächlich in die Beute gezogen sind.
Heute Morgen konnten wir sehen, dass die Schwarmtraube so groß ist, dass die untere Spitze durch den Eingang zu sehen ist. Sie hängt über 3 Zargen. Bienenkennern wird das etwas über die Größe dieses Schwarms sagen :-)
Übrigens passiert es sehr selten, dass man im Schwarmgeschehen gestochen wird. Ich hatte eine Biene nicht gesehen, die auf meiner Hand saß und sie versehentlich gequetscht. Das tut übrigens nicht so weh wie ein Wespenstich, auch wenn man es nicht glauben mag. Es spannt und juckt eher.




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