Der Weidenbohrer hat zugeschlagen - leider...

© entomart,
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Der Weidenbohrer (Cossus cossus) ist ein Nachtfalter aus der Familie der Holzbohrer (Cossidae). Das sagt eigentlich schon alles.

Der Falter sieht pummelig-plump aus und ist mit bis zu acht Zentimetern Flügelspanne eigentlich nicht zu übersehen. Allerdings ist er nachtaktiv und sitzt über Tag gut getarnt mit seiner braun-grau-marmorierten Färbung nahezu unsichtbar auf der Baumrinde. Entsprechend ist es eher Zufall, wenn du ihn fliegen siehst.

 

Zwischen Mai und August paaren sich die Weidenbohrer. Die Weibchen legen in dieser Zeit bis zu 700 Eier. Diese kleben sie in Häufchen von etwa 20 Stück in Rindenspalten. Zuerst ernähren die sich entwickelnden Raupen von der äußeren Rinde. Dabei bleiben sie zunächst in einer Gruppe. Ein Jahr später bohren sich die Raupen dann allmählich ins Stammholz des Baumes. Sie fressen sich langsam Richtung Krone und verursachen dabei bis zu einem Meter lange Fraß Gänge. Sehen kannst du das an den Bohrspänen unterhalb des Eingangsloches.

Eigentlich bevorzugt der Weidenbohrer Weiden - deshalb sein Name. Er befällt zuweilen aber auch Birken, Schwarzerlen und leider auch Apfel und Birnbäume. Leider hat es unseren besten Apfelbaum getroffen. Ich habe es einfach zu spät gesehen, da war das Unglück auch schon passiert. Der Baum ist abgestorben. Wir haben ihn gefällt und das Stammholz verbrannt, um eine weitere Ausbreitung zu reduzieren. Ich glaube auch einer der beiden Birnbäume ist befallen, da er dieses Jahr sehr wenig Blätter trägt.

 

Was kann man tun?

Befallene Bäume retten ist nahezu unmöglich. Nicht nur die gefräßigen Raupen im Inneren, auch 

eine meist auftretende Pilzinfektion an den Bohrlöchern schwächt den Baum immens und sehr schnell.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis solch ein Baum stirbt.

 

Hier ein Tipp den ich auf meiner Suche auf der Seite "Mein schöner Garten" von der Redakteurin Eva Monning gefunden habe. Es lohnt bei Problemen unbedingt auf der Seite nachzuschauen. Es gibt sehr gute Beiträge und Tipps und Kniffe. Für Inhalte der externen Seite ist der jeweilige Seitenbetreiber haftbar.

Entdeckt man die Besiedelung beizeiten, also noch bevor die Raupen sich in den Baum fressen, kann man eine Quassia-Seifenbrühe auf die Ei- und Raupenpäckchen sprühen.

Hierzu werden 250 Gramm Quassia-Späne (ein Bitterholz, das über Apotheken bezogen werden kann) über Nacht in zwei Litern Wasser eingeweicht und anschließend circa 30 Minuten lang zu einer Brühe gekocht. Die Brühe wird dann abgeseiht und mit der zehnfachen Menge Wasser verdünnt. In warmem Wasser aufgelöste Schmierseife hinzugeben (etwa 500 Gramm) und die Brühe auf die befallenen Bäume spritzen. Der entstehende seifige Belag kann nach einigen Tagen mit Wasser abgewaschen werden. Achtung: Da diese Mischung nicht nur für den Weidenbohrer, sondern auch für viele Nützlinge schädlich ist, sollte sie nur bei Notwendigkeit und ausschließlich lokal begrenzt angewendet werden!

Das Einbringen von Schlupfwespen-Larven in großer Zahl kann den Weidenbohrer ebenfalls dezimieren. Eine rabiate manuelle Bekämpfungsmethode ist es, einen langen Draht von außen in die Bohrlöcher zu stecken und die Raupen oder Puppen darin aufzuspießen. Stark befallene Bäume müssen vor dem Schlupf der Falter vollständig entfernt werden. Auch diese müssen gesondert entsorgt oder verbrannt werden. Befalls muss dennoch schnellstmöglich gehandelt werden, um eine weitere Ausbreitung des Schädlings zu verhindern. Schneiden Sie betroffene Zweige bis ins gesunde Holz zurück und entsorgen Sie diese über den Hausmüll oder verbrennen Sie sie.

(Textkopie endet hier).

 

Unser Baum war leider nicht zu retten. Es empfiehlt sich solch sehr geschädigte Bäume schnellstmöglich zu fällen und das Holz zu verbrennen. So lässt sich ein Befall anderer Bäume mit der nachfolgenden Generation Weidenbohrer etwas reduzieren.

Unser Fazit

Nicht immer ist Garten "easy". Solche Sachen passieren einfach und wir müssen damit leben - so traurig es auch ist.
Da wir von Weiden und Schwarzerlen umgeben sind und auch von diesen schon einige Bäume befallen sind, wird das vermutlich sich nicht der letzte unserer Obstbäume sein, der dem Weidenbohrer zum Opfer fällt. Auf der Obstwiese ist eine gute Kontrolle schon aufgrund der Größe der Bäume kaum möglich.

Wir erfreuen uns also an den Bäumen, die wir haben und werden so gut es geht solche Schädlinge im Blick haben. Ein Garant dafür, dass alles glatt läuft, gibt es eben nicht.


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