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Rosen schneiden für eine gesunde Pflanze

Wir haben ein wunderbares Rosarium, in dem viele alte Sorten Duftrosen stehen. Diese habe ich größtenteils von Gartenbesitzern geschenkt bekommen, die diese nicht mehr haben wollten. 

Wenn all diese Schönheiten zu blühen beginnen ist es ein "MUSS" für mich jeden Morgen an all den wunderbar duftenden Blüten zu riechen. Wer sich etwas Zeit lässt, stellt fest, jede duftet etwas anders. Manche süßlich, einige zitrusartig, ein paar etwas seifig, andere exotisch - jede einfach unvergleichlich und wunderbar.

Damit die Pracht möglichst lange erhalten bleibt tue ich einige Dinge.

Als erstes putze ich jeden Tag verblühtes aus. Allerdings nicht indem ich einfach die vergangenen Blüten abschneide! Wie ich die Rosen beschneide, hängt von der Rosenart ab. Das ist wichtig, den eine Rose, die nicht geschnitten wird, beginnt nach wenigen Jahren zu verkahlen und ist recht schnell unansehnlich und blüht nur spärlich. Ausnahmen hiervon sind Wildrosen und Ramblerrosen.

  • Bodendecker Rosen
    Diese werden meist nur 30 bis 50 cm hoch. Sie eignen sich für flächige Pflanzungen. Sie können unterschiedlichste unterschiedliche Blütenformen haben.
  • Beet Rosen und Kleinstrauchrosen 
    Sie sind in der Regel zwischen 50 -120 cm hoch.
    Es gibt Sorten mit Einzelblüten und Sorten mit Blütendolden.
    Bei diesen Arten putze ich tatsächlich nur verblühtes aus, da diese Rosenarten von Natur aus kompakt und dicht wachsen. Verholzte Tote Stiele schneide ich Bodennah ab.
  • Halbhohe Strauchrosen
    Sie sind etwa 120 bis 150 cm hoch.
    Meine haben alle mehrere Einzelblüten an einem verzweigten Stil, da es alles mehrfach blühende Edelrosen sind.
    Diese Rosen bilden lange Stile an deren oberen Ende sich die Blüten bilden. Sind noch neue Knospen da, nehme ich nur den verblühten Blütenstand heraus. Sind alle Blüten verblüht, kürze ich den Stil bis auf etwa zwei drittel ein.
    An der Schnittstelle verzweigt sich der Stil und treibt neue Stile mit neuen Knospen.
  • Hohe Strauchrosen
    Hier ist ein regelmäßiger Schnitt besonders wichtig, da es dafür sorgt, dass die Rose nicht nur im oberem Teil zu wachsen beginnt sondern mehr neu aus der Basis austreibt.
    Häufig sehe ich hohe Strauchrosen die nur einige wenige unbelaubte, sehr hohe Stile mit wenig Blüten haben. Hier hilft oft ein radikaler Rückschnitt.

    Da meine Rosen regelmäßig geschnitten sind, nehme ich jeweils die Stile mit dem Verblühtem zu zwei drittel heraus. So bleibt auch eine hohe Rose schön kompakt im Wuchs.
  • Moschusrosen
    Ich habe sehr verschiedene. Eine (nebenstehendes Bild) bleibt unglaublich kompakt. Ich brauche nichts tun. Da sie sehr! bedornt ist, ist es die einzige aller Rosen, die ich aus "Eigenschutz" nicht ausputze.
    Eine andere Moschusrose bildet Meterlange "Peitschen. Diese kürze ich regelmäßig ein, da sie sich schnell über alle anderen Pflanzen ausbreitet. Sie blüht dann zwar nicht ganz so üppig, da ich natürlich damit auch etliche Knospen entferne, aber sie ist so wüchsig, dass immer noch genügend Dolden zur Blüte kommen.
  • Ramblerrosen
    An unserem Durchgang zum Gemüsegarten steht neben dem Rosenpavillion ein stabiler Rosenbogen.
    Hier wächst eine wunderbare, mehrmals blühende "New Dawn". Sie trägt mittelgroße, stark gefüllte Blütenbüschel in zartem weißlich-rosa die leicht nach Apfel duften.
    Auf der anderen Seite des Durchgangsgerüstes wächst eine rein weiß-gefüllte Ramblerrose, ähnlich "Guirlande d`Amour". Meine ist aber einmalblühend.
    Über dem Rosenpavillion breitet sich eine ungefüllte Wildrose aus, die als Steckling auf einem Hunde Spaziergang mitgenommen habe. Unglaublich wüchsig.
    Bei diesen Rosen schneide ich lediglich zu lange Triebe, die in den Durchgang wachsen. Ebenso entferne ich Triebe, die sich zu sehr in Richtung Beet oder Hecke ausbreiten.
  • Rosa rugosa (Kartoffelrosen)
    Diese Strauchrose ist sehr stark bedornt und hat meterlange Ausläufer gebildet. Also musste sie ihren ursprünglichen Platz im Beet verlassen und wurde ans Ende der Obstwiese gepflanzt.
    Diese Rosen brauche ich nur etwas in Form schneiden, so dass sie eher wie eine Hecke erzogen werden.
    Sie werden jetzt noch einmal umziehen und den Gemüsegarten einfassen. Die Hundsrosen blühen über einen langen Zeitraum und es bedarf außer dem Formschnitt keinerlei Pflege.

  • Rosenstämmchen
    Eine Sonderform ist eines der beiden Rosenstämmchen, welches in unserem Garten steht.

Auf dem Foto ist der größte Blütenflor schon vorüber. In dieser Art blüht es weiter bis in den Herbst. 
Es hat eine solche Blattmasse, dass wir, damit der Stamm nicht bricht, den Stamm dauerhaft an einem Stab befestigt. Bei diesem Stämmchen putze ich lediglich die Blüten aus und beschneide das Bäumchen im Frühjahr. Einen Blogbeitrag dazu findest du hier.

 

Ich mache mir keine Gedanken über den Zeitpunkt der Schnitt-Technik, wie das andere Gärtner propagieren. Ich schneide rund ums Jahr, wenn ich sehe, dass es von Nöten ist. Ob der Schnitt gerade oder schräg ist, macht für mich keinen Unterschied. Für mich gibt es lediglich ein paar grundlegende Regeln:

  1. Ich schneide nur wenn das Wetter trocken ist.
  2. Eine scharfe Schere ist ein Muss, um die Stängel nicht zu quetschen.
  3. Dort wo ich schneide, verzweigt sich der Stil. Also kann ich damit beeinflussen, wie die Rose sich entwickelt.
  4. Nur Mut beim Schnitt.

 

Unsere Duft- & Ramblerrosen

Ich finde übrigens, dass Lavendel so garn nicht optisch zu Rosen passen. Die zarten spanischen Gänseblümchen und selbst versamte Königskerzen mag ich mit ihrem filigranen Wuchs und ihrem ebenso zarten Farbenspiel sehr. Für mich eine sehr ansprechende Kombination.


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