Ach guck an....eine Feldwespe

Wozu alte Gießkannen so alles gut sind

Eine schöne, trockene Behausung mit super Zugang und Belüftung
Eine schöne, trockene Behausung mit super Zugang und Belüftung

Ich mag ja alte Zinkgießkannen. Deshalb sind sie bei mir überall im Garten in Benutzung.
Manchen Winter, wenn ich nicht aufpasse, sprengt es durch Frost schon mal einen Boden auf. Zum Wegwerfen finde ich sie aber dennoch viel zu schade. Deshalb wandern sie dann über Kopf als Deko auf eine Zaunlatte.

 

Schon letztes Jahr hatte sich eine kleine Feldwespe diese Kanne als Baustelle auserkoren und fleißig an dem Nest gebaut.

Da ich keine Informationen gefunden habe, was über Winter mit solch einem Nest passiert, habe ich es einfach so belassen.

Und siehe da....wir haben Anfang März vorsichtig nachgeschaut. Eine Feldwespenkönigin ist wieder eingezogen und hat schon begonnen ein neues Nest zu bauen. Diesmal wieder in der Kanne aber an einer Zaunlatte auf der das Gießgefäß hängt.

Etwas frühe Bautätigkeit, aber dieser Jahresanfang war ja auch schon sehr warm.

Nester vom Vorjahr werden also nicht angenommen und weiter ausgebaut.

Polistes dominula - die Haus-Feldwespe | Zum Vergrößern bitte anklicken
Polistes dominula - die Haus-Feldwespe | Zum Vergrößern bitte anklicken

Feldwespen sind super. Nicht nur das sie unter den Wespenarten die friedfertigsten sind, sie haben auch keinerlei Interesse an unserem Essen und Trinken. Als Nahrung dient den Arbeiterinnen hauptsächlich Pflanzennektar mit hohem Kohlehydratanteil. Diesen gewinnen sie in erster Linie von Doldenblütlern. Zur Aufzucht der Brut werden dann tierische Eiweiße benötigt. Feldwespen werden also etwas später zu fleißigen Fliegen- Spinnen- und Mückenjägern.

 

Das Nest ist gräulich und ohne schützende Hülle, die Waben liegen stets offen und frei, und es wird an einer Art "Stiel" gebaut (s. Foto unten). Die Nester werden aus einem papierartigen Stoff gebaut, der aus zerkauten Holzfasern gebildet wird. Man bezeichnet diese Insekten deshalb auch als Papierwespen. Im Laufe des Jahres tummeln sich dort etwa 15-30 der sehr agile Nestinsassen, die die Brut versorgen. An besonders warmen, sonnigen und zugleich gut geschützten Standorten kann ein Volk bis zu 50 der kleinen "Flieger" umfassen. Die kleinen Gemeinschaft bestehen in der Regel aus einer Königin sowie mehreren Arbeiterinnen und Männchen. 

 

Durch den Bodenspalt der Kanne haben wir morgens, wenn das Licht gut steht, direkten Blick auf die Waben und können dem wachsenden Völkchen bei der Brutpflege zusehen.

Deutlich zu erkennen, der "Stil" an den das Nest gebaut wird.| Foto Leonard F.
Deutlich zu erkennen, der "Stil" an den das Nest gebaut wird.| Foto Leonard F.

Ihre kleinen Waben heften die Feldwespen mit einem zentralen Stiel an Pflanzen und andere geeignete Substrate wie Holz, Stein, oder eben auch Gießkanneninnenseiten an. Der kleine Stiel ist eine gut zu verteidigende Engstelle gegen Ameisen und andere Räuber.

 

Feldwespen sind sehr scheu und fliegen uns zweibeinige Gartenmitbewohner nicht an, selbst wenn wir sehr dicht am Nest stehen. Da die kleinen Wespen sehr Standorttreu sind, verteidigen sie ihr Nest nur im äußersten Notfall. In der Regel schaffen sie es allerdings meist nicht einmal mit ihrem Stachel die menschliche Haut zu durchdringen. 

 

Erkennen und von den unangenehmen Wespen unterscheiden kann man den kleinen Gartenbewohner sofort - nämlich dann, wenn die Wespe fliegt. Unübersehbar markant lässt sie im Flug ihre langen Hinterbeine herunterhängen. Zudem sind die Füße und die Antennenspitzen deutlich gelborange gefärbt.

Auffällig ist auch der tropfenförmig verlaufende Hinterleib mit der sehr auffälligen Wespentaille.

 

 

Wenn du also solch kleine Insekten siehst, nur kein Stress. Man kann wunderbar mit ihnen zusammenleben. Auf gute Nachbarschaft.

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